Samuel Leitner, Benedikt Michaeler und Maximilian Schmid führten im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der HLBLA St. Florian auf einem Erde & Saat-Mitgliedsbetrieb in Haag (NÖ) einen Sojaanbau mit unterschiedlichen Reihenabständen und in Dammkultur durch. Die Ergebnisse haben sie in einem kurzen Bericht für uns zusammengefasst.

Ist Flachanbau in der Bio-Sojabohne veraltet?

Innovative Bewirtschaftungssysteme gewinnen in der modernen Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ein neuer Ansatz ist das System Turiel, bei dem Kulturen auf Dämmen angebaut werden. Ziel der Diplomarbeit war es, den Dammanbau mit dem herkömmlich Flachanbau bei Sojabohnen hinsichtlich agronomischer und betriebswirtschaftlicher Parameter zu vergleichen.

Versuchsaufbau: Es wurden folgende drei Anbauvarianten untersucht:

  • Flachanbau mit 50 cm Reihenabstand
  • Flachanbau mit 70 cm Reihenabstand
  • Dammanbau (System Turiel) mit 60 cm Reihenabstand

Jede Variante wurde dreifach wiederholt und abwechselnd nebeneinander angelegt. Die Da-tenerhebung erfolgte zweimal pro Parzelle, wodurch sechs Messungen je Variante zur Verfügung standen. Erhoben wurden Feldaufgang, Unkrautdruck, Wurzelgewicht, Ernteverluste, Besatz sowie der Kornertrag.


Ergebnisse
Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Varianten. Der Dammanbau wies den geringsten Unkrautdruck auf und erzielte das höchste Wurzelgewicht, was auf eine verbesserte Durchwurzelung und Bodenstruktur hindeutet. Auch bei den übrigen Erhebungsparametern schnitt das System Turiel überwiegend besser als die Flachanbauvarianten ab.

Betriebswirtschaftlich zeigte sich ebenfalls ein Vorteil des Dammanbaus. Der Deckungsbeitrag betrug beim System Turiel 2.850 € pro Hektar und lag damit über den beiden Flachanbauvarianten. Der Deckungsbeitrag im Flachanbau mit 50 cm Reihenabstand lag bei 2.167 € pro Hektar, während die Variante mit 70 cm Reihenabstand 2.528 € pro Hektar erreichte.

Schlussfolgerung
Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass der Dammanbau nach dem System Turiel sowohl Pflanzenbaulich als auch ökonomische Vorteile gegenüber dem herkömmlich Flachanbau bietet. Insbesondere die geringere Unkrautbelastung, die verbesserte
Wurzelentwicklung und der höhere Deckungsbeitrag sprechen für das System als potenziell zukunftsfähige Anbaustrategie im Sojabohnenanbau.

Fotos und Text von den Verfassern: Samuel Leitner, Benedikt Michaeler und Maximilian Schmid
Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden
sam.leitner@florianagrar.at                              
ben.michaeler@florianagrar.at                                                                                                                        max.schmid@florianagrar.at

Wir freuen uns, dass Erde & Saat-Mitgliedsbetriebe ihre Flächen auch für die Jugend zur Verfügung stellen. Laut Betriebsführer war der Versuch äußerst interessant und wird in anderen Kulturen weitergeführt.

Hinterlasse einen Kommentar