Die 35. Erde & Saat Vollversammlung hat heuer am 26. November in St.Pölten statt gefunden. Es hat uns sehr gefreut, dass wir uns endlich wieder ohne Auflagen und Einschränkungen treffen konnten und unsere Gedanken zu aktuellen Problemen und Herausforderungen in der Bioszene teilen konnten.

Zu Beginn hat Obmann Matthias Böhm in seinem Bericht eine Einschätzung der aktuellen Situation im Bio-Bereich gegeben und kommende Herausforderungen angesprochen. Diese reichen von der aktuellen GAP und ÖPUL-Periode über die kommenden EU-Bioverordnung bis hin zur Marktsituation. Der Obmann hat den jeweiligen Standpunkt des Verbandes dargelegt und welche Arbeiten zur Bewältigung dieser Herausforderungen geleistet worden sind und in Zukunft geleistet werden.

Danach hat Geschäftsführer Wolfgang Plaimer die Tätigkeiten des Verbandes im abgelaufenen Geschäftsjahr präsentiert. Nach der Darlegung der positiven Budgetzahlen wurden alle Aktivitäten der Geschäftsstelle u.a. der Öffentlichkeitsarbeit und der Interessensvertretung vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation wurde der Bericht der Rechnungsprüfung verlesen. Die Vollversammlung hat daraufhin den Vorstand entlastet und für die korrekte und positive Kassaführung gelobt.

Als vorletzten Tagesordnungspunkt wurden von Norbert Kranawetter noch die Anpassungen der Richtlinien besprochen und beschlossen. Die vorgeschlagenen Änderungen wurden einstimmig angenommen.

Die Änderungen betreffen folgende Punkte der Erde & Saat Arbeitsweise:

5.4 Fütterung und Einstreu
Die am Betrieb eingesetzten Futtermittel müssen den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung in der aktuellen Fassung entsprechen. Es sollten vorwiegend betriebseigene Futtermittel verwendet werden.

Bei Zukauf von Bio-Futtermitteln muss dieses vorzugsweise von Erde & Saat Betrieben oder anderen österreichischen Bio-Verbandsbetrieben stammen.

Wer Bio-Kraftfutter-Einzelkomponenten (Getreide, Mais, Körnerleguminosen, …) als Nicht-Verbandsware zukaufen möchte, muss einen Antrag im Erde & Saat Verbandsbüro stellen. Grundfutter ist von dieser Regelung ausgenommen. Der Zukauf von Nicht-Verbandsware ist nur von einem Bio-Landwirt direkt möglich, nicht über einen Händler oder ein Mischfutterwerk.

5.1 Tierhaltung und Betreuung
Wir legen auf unseren Höfen großen Wert auf eine gesunde Tier-Menschbeziehung. Die Haltung der Tiere hat so zu erfolgen, dass sie dem artgemäßen Verhalten der Tiere bestmöglich entspricht.

Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere ist durch eine artgerechte Haltung, geeignete Rassen und Zuchtmethoden zu erreichen. Eine artgerechte Haltung heißt, dass genug Bewegungsmöglichkeiten, Weidehaltung oder Auslauf und reichlich Einstreu zur Verfügung stehen. Die Auslebung des Sozialverhaltens muss möglich sein.

Flächenunabhängige Landwirtschaft entspricht nicht dem Gedankengut von Erde & Saat. Um die Intensität der viehhaltenden Betriebe zusätzlich zur EU VO 848/2018 zu regeln, darf am Erde & Saat Betrieb der gesamt Stickstoffanfall aus Tierhaltung max.340kgN/ha nicht überschreiten. Wie in der EU VO 848/2018 vorgesehen müssen für die Stickstoffmengen über 170kgN/ha Abnahmeverträge mit anderen Biobetrieben abgeschlossen werden.

2.3. Förderung der Artenvielfalt
Jede biologisch bewirtschaftete Fläche dient der Artenvielfalt und Biodiversität. Am Erde & Saat Betrieb müssen mindestens 7 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (Eigentum oder Pacht) als biologische Ausgleichsflächen/Artenvielfaltsflächen

Die Deklaration erfolgt laut AMA-Merkblatt für die ÖPUL (2023-2027) Maßnahme – „Biologische Wirtschaftsweise“.  (Die genaue Deklaration wird in der Arbeitsweise angeführt.) Erde & Saat Betriebe die nicht beim ÖPUL „Biologische Wirtschaftsweise“ teilnehmen, erfolgt die Erhebung, weiterhin mit der Erde & Saat Checkliste.

Abschließend wurde mit den anwesenden Mitgliedern über die derzeitig angespannte Lage in der Bio-Branche diskutiert und die Pestizidthematik aufgegriffen, welche uns auch weiterhin im Verband beschäftigen wird.

Das Bild aus Bio-Sicht erfordert weiterhin vollen Einsatz des Verbandes. „Bis 2027 sollen 30 % der heimischen Flächen biologisch bewirtschaftet werden, bis 2030 sogar bis zu 35 %. Wir werden weiterhin alles versuchen, um das Ministerium davon zu überzeugen, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn mehr in Bio investiert wird“, so Matthias Böhm abschließend.

Am Nachmittag nach der Vollversammlung gab uns Erwin Thoma sehr eindrucksvolle Einblicke in seine Lebensgeschichte und brachte uns das Leben im Wald und den Baustoff Holz in einem sympathischen und lebendigen Vortrag näher. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!

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