Ein Beitrag zur Verfügung gestellt von der ARGE NahtürlichBIO
BAD TRAUNSTEIN. Wenn traditionell Anfang Oktober österreichweit der Erntedank gefeiert wird, so weckt dies im heurigen Jahr gemischte Gefühle. Zu prägend sind die Eindrücke eines historischen Dürrejahres, mit zum Teil zu existenziellen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe. Wie können sich Bäuerinnen und Bauern gegen diese neuen Herausforderungen wappnen, zumal auch in Zukunft mit der Zunahme solcher Wetterextreme zu rechnen ist? Die biologische Landwirtschaft hat hier Werkzeuge, um auch im Klimawandel stabil produzieren zu können. Welche, das zeigt die ARGE NahtürlichBIO in ihrem Webinar.

Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent verdeutlichen, wie dramatisch sich die Situation in den betroffenen Gebieten darstellt. Wie die Erntebilanz für heuer tatsächlich ausfallen wird, wird der Herbst zeigen. “Da viele Bäuerinnen und Bauern aufgrund der Trockenheit gezwungen waren, Futter zuzukaufen oder ihre Tiere frühzeitig zum Schlachten zu bringen, ist die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe in Gefahr”, weiß Lukas Hochwallner, Geschäftsführer der ARGE NaHtürlichBIO. Der niederösterreichische Biolandwirt beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit zukunftsfähigem Herden- und Weidemanagement. Laut einer aktuellen Umfrage von Communityadapt gehen 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich davon aus, dass der Klimawandel in Österreich Auswirkungen auf die Produktion hat. 40 Prozent der Befragten beurteilen dies sogar als existenzgefährdend.

Bio kann der Trockenheit trotzen
Der Bio-Experte fordert deshalb ein rasches Umdenken.

„Wenn die Landwirtschaft weiterhin Strategien anwendet, die unter dem herrschenden Klimawandel nicht mehr funktionieren oder ihn sogar anheizen, dann wird sich das Problem in den kommenden Jahren drastisch verschärfen.“

Einen möglichen Lösungsansatz sieht Hochwallner im Umstieg auf Bio-Produktion. Aus eigener Erfahrung kennt der Bio-Landwirt jene Werkzeuge, die auch unter Extremhitze Stabilität schaffen können.

Hochwallner selbst hat seinen Betrieb schon vor Jahren auf trockenresistente Grünlandhaltung umgestellt. „Natürlich sind auch Bio-Betriebe bei Extremereignissen nicht unverwundbar. Aber wir haben das heurige Dürrejahr aufgrund der vor Jahren durchgeführten Umstellung ohne große wirtschaftliche Turbolenzen verkraftet.“ Dafür war es auch notwendig, die Gesamtleistung seines Hofes bewusst zu reduzieren, um mit Futterreserven nicht permanent am Limit arbeiten zu müssen. Hochwallner: „Auch das hat uns resilienter gemacht, um Jahre wie das heurige gut zu überstehen.“ Der Bio-Landwirt rät deshalb seinen Kolleginnen und Kollegen dringend, rechtzeitig die nötigen Weichenstellungen zu setzen, um auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen einen stabilen Ertrag sicherzustellen.

Webinar “Trockenheitsangepasste Gründlandbewirtschaftung”
Welche Möglichkeiten die biologische Landwirtschaft hat, dem Klimawandel zu trotzen, damit beschäftigt sich das Webinar „Trockenheitsangepasste Grünlandwirtschaft“ am Mittwoch, 14. Oktober, 19.30 Uhr. Bei dieser von der ARGE NahtürlichBIO organisierten Veranstaltung erhalten Interessierte nicht nur spannende Markteinblicke, sondern auch konkrete Tipps und Vorschläge, mit welchen Maßnahmen und Anpassungen sich Bio-Landwirt:innen auf künftige Dürreperioden vorbereiten können. Folgende Referenten nehmen an der Veranstaltung teil:
• Markteinblick: Thomas Reisinger, Sonnberg Biofleisch und ARGE NahtürlichBIO-Partner
• Fachvortrag: Stefan Bischof, Landwirtschaftskammer Steiermark – Fachberater Pflanzenbau
– Kurzfristige Maßnahmen – wie reagiere ich auf Trockenphasen
– Wie rüste ich mich für künftige Dürreperioden?
• Praxisvortrag: Lukas Hochwallner, Bio-Landwirt, Geschäftsführer der Biobäuerlichen Vermarktung sowie der ARGE NahtürlichBIO
– Vorstellung von erfolgreichen Maßnahmen zur Anpassung der Weiden- und Mähwiesen in Trockenphasen

Die Teilnehmergebühr wird vom Veranstalter unterstützt und daher kostenlos angeboten.
Anmeldung unter https://events.teams.microsoft.com/event/fe4cc53a-820f-46ec-8f6a-a9ba5e091089@8231915f-ccb5-42ee-a7c4-be29c59de600?source=copyLinkOneEventsShareDialog

Kontakt für weitere Fragen: events@nahtuerlichbio.at | 0660 26 85 287
Weitere Infos zum Thema unter https://nahtuerlichbio.at/


Die Werkzeuge der Biolandwirtschaft, um dem Klimawandel zu trotzen

Humusaufbau: verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und Bodenstruktur und schützt vor Bodenerosion bei Starkregenereignissen.
• Kreisläufe stärken: betriebseigene Futtermittelproduktion statt –importe, eigener Mist statt Kunstdünger.
• Weide- statt Stallhaltung: verbessert den Wasserhaushalt im Boden, v.a. bei Weiderotation.

• Während der Sommertrockenheit: weniger Tiere auf mehr Fläche, damit das Gras wachsen kann und der eigene Boden alle ernähren kann.
• Weidemanagement: abgezäunte Koppelweide (rotierende Abschnitte) mit Regenerationszeiten statt Kurzrasen-Dauerweide. Futtervorrat!
• Innovative Pflanzenwahl: klimaangepasste Kulturen. Mais gilt als Hitzegewinner, auch tiefwurzelnde Gräser wie Kleegras und Luzernen.

• Pflanzenvielfalt: Vielfältige Fruchtfolgen, damit sich der Wasserstress auf mehrere Kulturen verteilt
• Mikroklima verbessern: Agroforst bringt Schatten, Mulch und Dauerbegrünung verhindern Austrocknung.
• Wassersparende Bodenbearbeitung: Bei Mulchsaat oder Direktsaat-Verfahren im Ackerbau wird der Boden nahezu nicht bearbeitet.
• Herdenmanagement: Saisonale Abkalbung, damit die Kühe in der Phase der höchsten Milchleitung und wenn sie wieder trächtig werden sollen das beste Futter haben (Mai/Juni).


Über die ARGE NahtürlichBIO
Die ARGE NahtürlichBIO ist eine Initiative dreier Bio-Pioniere aus dem Mühl- und Waldviertel, bestehend aus der Biobäuerlichen Vermarktung, Sonnberg Biofleisch und BerSta Biogroßhandel. Alle drei Partner sind seit Jahrzehnten tief in der Produktion und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln verwurzelt. Bio ist ihr gemeinsames Anliegen und täglich gelebte Haltung: BIO von der Weide bis auf den Teller. Ihr Ziel: die heimische Gastronomie dabei zu unterstützen, Bio-Lebensmittel aus regionaler, bäuerlicher Herkunft erfolgreich einzusetzen und damit den Bio-Anteil in Österreichs Küchen zu erhöhen. Das Projekt wird unterstützt von Bund, Ländern und der Europäischen Union.


PRESSEKONTAKT:
Doris Raßhofer
d.rasshofer@nahtuerlichbio.at
+43 660 3546942
www.nahtuerlichbio.at

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